Historisches

Der Weinanbau im Liechtensteiner Unterland hat eine lange Tradition. Im Jahre 15 vor Chr. sollen die Stiefsöhne Drusus und Tiberius des römischen Kaisers Augustus während eines Feldzuges die ersten Reben in die Gegend gebracht haben. Die sonnenverwöhnten und vom warmen Föhn bestrichenen Hänge am Eschnerberg luden geradezu zum Weinanbau ein. Später kultivierten vor allem die Klöster sowie die Adeligen den Weinanbau. Um das Jahr 1865 herum betrug die Rebfläche allein in der Gemeinde Eschen ca. 34'000 Klafter (122'400 m2). Der Weinanbau bildete in damaliger Zeit die Haupteinnahmequelle neben Ackerbau und Viehzucht. Verkauft wurde der Wein an die einheimischen Wirte aber auch nach Vorarlberg und in den Kanton St. Gallen. In den Gaststätten war damals Wein das Hauptgetränk. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war Bier in Liechtenstein fast nicht bekannt und auch Most wurde nur wenig erzeugt, da der Bestand an Obstbäumen gering war. Dem Obstanbau schenkte man damals wenig Aufmerksamkeit und Wein bildete daher in vielen Haushalten das einzige Hausgetränk.

Nach dieser Hochblütezeit verringerten sich die mit Reben bebauten Flächen stetig. Hauptursachen waren sowohl der aus Nordamerika über Südfrankreich und England eingeschleppte falsche und echte Mehltau sowie das Auftreten der Reblaus. Zur damaligen Zeit fehlten effiziente Mittel um diese Krankheiten und Schädlinge wirksam zu bekämpfen. Im Jahre 1930 betrug die Eschner Rebfläche lediglich noch 300 Klafter (1'080 m2). Der Weinanbau im Liechtensteiner Unterland hat seit der Gründung der Winzer am Eschnerberg im Jahre 1991 eine Renaissance erlebt. Heute wachsen rund um den Eschnerberg auf ca. 26'400 Klaftern (95'000m2) wieder Weinreben.